Das Elektrizitäts- und Wasserwerk der Stadt Buchs (EWB) in der Ostschweiz dient seit 115 Jahren den Bürgern vor Ort. Ambitioniert ergreift das städtische Unternehmen jede Gelegenheit, Zukunftstrends frühzeitig in den Versorgungsauftrag aufzunehmen. Behörden und Bürger von Buchs sind offen für Innovationen.

Derzeit entwickelt sich Fiber to the Home (FTTH) zu einem weiteren Meilenstein. Der Versorger erschliesst zusammen mit R&M und versierten Verkabelungspartnern ein Stadtquartier nach dem anderen. Das EWB investiert hohe Summen in ein Hochleistungsnetz für die digitale Ära. Auch hier zeigt sich der innovative Geist: Das EWB-Team führt die Projektleitung selbst aus, anstatt Generalunternehmer zu beauftragen.

v.l.n.r.: Franklin Fust, Planung Kommunikation Rii-Seez-Net; Markus Schommer, Direktor EW Buchs; Herbert Huser, Projektleitung strategische Projekte EW Buchs; Peter Meier, R&M Schweiz

Neunzig Prozent bis 2020

Bis 2020 werden 90 % der Stadt Buchs mit einem Glasfasernetz versorgt sein. Das sind fast 7000 Wohneinheiten. Durch hohe Tiefbaukosten, felsiges Gelände und andere topologische Hürden lässt sich das EWB nicht aufhalten. Bei Bedarf finden sich individuelle Lösungen für die Verkabelung. Beispielsweise kann auf das Stromnetz ausgewichen werden. Für Glasfaserinstallationen und Anschlüsse innerhalb der Gebäude bieten EWB und Rii-Seez-Net in Zusammenarbeit mit lokalen Handwerkern Unterstützung an.

Die meisten Privathaushalte und ortsansässigen Unternehmen ziehen begeistert mit und buchen Komplettpakete: Telefon, Internet, IP-Fernsehen/Radio, Webhosting und mehr – alles von Rii-Seez-Net, alles über EWB-Glasfaser bzw. -Koaxkabel. «Die Kunden interessieren sich für die innovativen Produkte, die auf dem Netz laufen, wie Flat Rates, Standleitungen oder die Vernetzung von Firmenstandorten», so Markus Schommer.

Das EWB kalkuliert mit einer Return-on- Invest-Frist, die nur halb so lang ist wie bei vergleichbaren Projekten. Davon können andere lernen. Das EWB bietet Versorgern, die eigene FTTH-Netze bauen, entsprechenden Erfahrungsaustausch an.

Aus Kabelfernsehnetz wird FTTH mit höchstem Standard

Das frühere Kabelfernsehnetz und dessen Kopfstation bilden die Keimzelle für das FTTH-Netz der Stadt Buchs. Vier neue bzw. modernisierte POP verteilen das Signal über 50 Strassenkabinen, Feeder-Netzwerk und Drop-Kabel bis an die Gebäude bzw. Haushalte. Das EWB baut bis zum Building Entry Point (BEP).

Aus eigenem Antrieb investiert das EWB mehr, als der Auftrag und Gesetze es verlangen. Das Unternehmen verlegt vier Fasern in jedes Haus, um Open Access zu ermöglichen. Bei den POP-Standorten ist im Vorschacht sogar Platz für Colocation-Partner, sodass die digitalen Dienstleistungen künftig erweitert werden können.

Herbert Huser, Leiter für strategische Projekte beim EWB, begründet das überdurchschnittliche Engagement so: «Wir verfolgen jederzeit den bestmöglichen Standard und haben daher von Anfang an das Vier-Faser-Modell umgesetzt. Bei der Wahl von R&M als Lieferant hat auch eine Rolle gespielt, dass R&M langjähriger und guter Partner von Swisscom ist. Swisscom ist für uns ein Gradmesser; wir wollen den gleichen Standard anbieten.»

R&M-Lösung für Buchs: innovativ, modular und massgeschneidert

Innovationsbereitschaft und vollen Einsatz für den Kunden betrachtet das EWB nicht nur als seine eigene Mission. Beides wird auch von Lieferanten und Projektpartnern erwartet. 

«Ganz wichtig war und ist für uns die hohe Innovationsbereitschaft von R&M und die Tatsache, dass es sich hier um ein Schweizer Unternehmen handelt. Weiter spielen Modularität und Garantieleistungen eine grosse Rolle bei der Zusammenarbeit», sagt das EWB-Management. R&M unterstütze den FTTH-Ausbau kundenorientiert, langfristig und innovativ und trage zur Prozessoptimierung bei.

Das R&Mfoxs Programm eignet sich laut EWB optimal für die Anwendung des Vier-Faser-Modells und einen schrittweisen Netzausbau. Aufgrund des modularen Prinzips der R&M-Lösung kann das EWB den Rollout in überschaubaren Etappen planen, anstatt von Anfang an in einen Vollausbau investieren zu müssen. Die Verkabelung in den POP-Standorten lässt sich mit wenig Aufwand nachträglich skalieren.

Optical Distribution Frames (ODF) von R&M bilden die wichtigste Verteilerplattform für das FTTH-Netz in Buchs. In der Kopfstation, den POP-Gebäuden und Strassenkabinen werden insgesamt 50 ODF-Schränke, pro Station acht bis 13 Schränke, eingebaut. Sie werden mit 110 ODF-Spleissboxen, dem KombiMODUL und Einschüben bestückt. Die Knoten haben in der Regel ein Fassungsvermögen von 23 000 bis 28 880 Fasern. Insgesamt erreicht das EWB eine günstige Relation zwischen einer hohen Packungsdichte und den Kosten bzw. Investitionen pro Port.

Überzeugend war laut EWB auch das R&M Raceway-System für die Faserführung in den POP-Standorten. «Wir hatten grosse Vorteile bei der Montage und den Verlegungen», sagt Projektleiter Huser.

Für die Faserführung und das Kabelmanagement in einigen Kabinen benötigte das EWB eine Spezialkonstruktion. «Gemeinsam mit R&M konnten wir spezifische Lösungen realisieren. Das gibt es in dieser Form nur sehr selten», sagt Herbert Huser. «R&M hat getüftelt und umgehend ein Bauteil angepasst. Es steht jetzt auch anderen Kunden zur Verfügung», freut sich Franklin Fust, Planung Der zielstrebige Weg zu FTTH Kommunikation Rii-Seez-Net, EW Buchs. In anderen Fällen war R&M sofort bereit, ODF-Schränke oder Raceway-Komponenten anzupassen. Das Spleiss-Unternehmen erhielt von R&M vor Ort praktische Trainings und Einweisungen für die richtige Installation.

EWB: Wir versorgen Buchs

Das Elektrizitäts- und Wasserwerk der Stadt Buchs (EWB) in der Ostschweiz wurde 1902 gegründet. Es beschäftigt über 90 Mitarbeitende in acht Geschäftsfeldern. «Wir garantieren eine sichere Vollversorgung mit Strom, Wasser und Kommunikation», so die Selbstverpflichtung des öffentlich-rechtlichen Unternehmens im Besitz der Stadt. Die Sparte Kommunikation, die das Kabelnetz und das neue FTTH-Netz in Buchs sowie das regionale Rii-Seez-Net betreut, erzielt einen wesentlichen Teil des Jahresumsatzes.

Schon 1975 baute das EWB die erste Kabelfernseh-Anlage – damals noch mit Koaxkabel. Die ersten Glasfaserkabel wurden bereits 1987 verlegt. Kurz nach der Jahrtausendwende begann EWB, den partnerschaftlichen Aufbau des regionalen Telekommunikationsnetzes Rii-Seez-Net voranzutreiben.
Weitere Etappen: 2011 entstand eine eigene Informatik-Abteilung, die 3200 Geschäftskunden mit IT-Services bedient. 2016 eröffnete das EWB in der Innenstadt von Buchs den ersten öffentlichen und kostenlosen WLAN-Access-Point.

Vorbildlich arbeitet das EWB nicht nur bezüglich der Kommunikationstechnik, sondern auch in ökologischer Hinsicht. Der Strom für die Kunden in Buchs kommt zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen. Eigene Wasserkraft- und Photovoltaikanlagen decken ein Viertel des örtlichen Strombedarfs ab. Darüber hinaus fördert das EWB die Elektromobilität, den Umwelt- und Gesundheitsschutz. Der Direktor persönlich geht in die örtlichen Schulen und lehrt die Schüler das Energiesparen.

www.ewbuchs.ch

Rii-Seez-Net: up to 300 Mbit/s

Seit 2001 existiert in der Ostschweizer Region entlang der Grenze zu Liechtenstein ein eigenständiges Telekommunikationsnetz im Wettbewerb zu marktbeherrschenden Carriern. Das Rii-Seez-Net (Rii steht für Rheintal, die Seez ist ein Fluss in der Ostschweiz) ist die Dachorganisation von 17 lokalen Kabelnetzbetreibern. Das EWB übernahm die Funktion als Provider und koordiniert den technischen Betrieb.

www.rii-seez-net.ch