Wie viele faszinierende Unternehmen entstand auch Hamilton in der Garage. Chemie-Ingenieur und MIT-Absolvent Clark Hamilton hatte sich Ende der 1940er-Jahre ein hohes Ziel gesetzt. Er wollte ein Präzisionswerkzeug entwickeln, mit dem sich kleinste Flüssigkeitsproben handhaben lassen. Er erfand die legendäre Mikroliterspritze.

Wir können uns keine Fehler und Unterbrechungen leisten und brauchen an allen Standorten eine absolut sichere Connectivity.

Achim Sax, Head of Facility Management, Hamilton Bonaduz AG

1953 begann der Pionier mit der Produktion in einer eigenen Werkstatt in Whittier bei Los Angeles. Seine Präzisionsspritzen prägen seither Analyseprozesse in der Chemie und Diagnostik. Und sie werden heute noch zum selben Preis verkauft wie zu Zeiten der Firmengründung.

Marktführerschaft

Das Unternehmen wuchs schnell und siedelte 1960 nach Reno, Nevada, um. Sechs Jahre später gründete Hamilton einen Hub ausserhalb Amerikas, und zwar in Bonaduz. Er hatte sich in die Region und die Schweizer Berge verliebt. Hier wollte er die Produktentwicklung ganz im Sinn von «Made in Switzerland» vorantreiben. Ausserdem konnte so der Vertrieb in Europa angekurbelt werden.

Heute ist das Familienunternehmen Weltmarktführer in der automatisierten Handhabung kleinster Flüssigkeitsmengen. Die Pipetten, Kleinstlabore und Sensoren setzen Standards in der Medizintechnik sowie in der Chemie-, Pharma-, Life-Sciences- und Lebensmittelindustrie. Dank Hamiltons Innovationen konnte erstmals Vollblut auf Aids und Hepatitis untersucht werden.

Einsatz in der Pandemie

Genauso nützlich sind die intelligenten Beatmungsgeräte, die das Schwesterunternehmen Hamilton Medical seit 1983 in Bonaduz entwickelt und fertigt. Sie unterstützen die Patientenversorgung in der Intensivmedizin. Die Nachfrage nach diesen Qualitätsprodukten ist in der aktuellen Zeit der Pandemie markant angestiegen.

Dem Einsatz der Hamilton-Mitarbeitenden ist es zu verdanken, dass innert kürzester Zeit zahllose zusätzliche Spitäler auf der ganzen Welt und auch die Armee mit den Geräten und dem Verbrauchsmaterial versorgt werden können. Durch standardisierte und hoch automatisierte Fertigungsprozesse können Beatmungsgeräte im 40-Minuten-Takt konfektioniert werden.

Investitionen am Standort

So dynamisch und zielstrebig wie Innovationen und Wachstum entwickeln die Hamilton-Unternehmen auch ihre Standorte. Das jüngste Grossprojekt war der Neubau eines Produktionswerks mit automatisiertem Kleinteilelager in Domat/Ems in Graubünden.

Standardmässig setzt Hamilton Verkabelungssysteme von R&M ein. Unter hohem Zeitdruck installierten die Profis von Elektro Rhyner AG aus Glarus die umfangreiche LAN- und Serverraum-Verkabelung im Neubau in Domat/Ems. Dabei waren die strengen Sicherheits-, Compliance- und Hygiene-Standards der Medizinalbranche zu beachten.

Zuvor liess Hamilton den Campus in Bonaduz durch die Firma Schönholzer AG aus Chur mit einem Glasfasernetz erschliessen und das Netzwerk modernisieren. Ein restrukturiertes Rechenzentrum musste neu angebunden werden. Die Installationsarbeiten mussten bei laufendem Betrieb und mit hohem Tempo erfolgen.

Die Platzfrage forderte die Planer und Installateure von Schönholzer heraus. Sie mussten die neue LWL- sowie die Kupfer-Verkabelung in historisch gewachsenen Trassen und Kanälen des Industriegebäudes unterbringen. «Das war Knochenarbeit und für uns ein Zeitsprung», kommentiert Hamilton-Facility-Manager Achim Sax. Zudem sollten Infrastrukturen für die Anwendung von Power over Ethernet (PoE) und Internet of Things (IoT) geschaffen werden. Damit kann Hamilton in Zukunft weitere Prozesse automatisieren.

Achim Sax erläutert: «In den letzten fünf Jahren hat sich viel verändert. Büro und Produktion erfordern immer mehr IoT, Cloud, Bandbreite, Automatisierung und Collaboration-Lösungen. Alles wird digitaler. Unsere Netzwerke müssen dafür gerüstet sein. Eine gute Connectivity ist in unserer Branche essenziell.»

Erfolgsmodell Standardisierung

Trotz aller Dynamik gelingen die Projekte punktgenau. Das Erfolgsmodell heisst: konsequente Standardisierung.

Genau definierte Manuals für die Rechenzentren und die Gebäudeverkabelung der Werke in Graubünden sowie für das Werk in Rumänien schreiben vor, wie Kupfer- und Glasfaserinstallationen bei Hamilton auszuführen sind. Sie enthalten Spezifikationen für Netzwerkkomponenten, Nomenklaturen, Hinweise auf Normen, Messverfahren und Garantieprozesse.

Hamilton und R&M haben die Handbücher unter dem Gesichtspunkt einer ganzheitlichen, modularen und ausbaufähigen Infrastruktur gemeinsam entwickelt. Planer und Installateure müssen sich exakt nach den Manuals und vorgegebenen Installationsprozessen richten. Zu den Standards zählt, dass nur von R&M qualifizierte Planer zugelassen sind.

Den R&M-Produkten vertrauen Achim Sax und sein ICT-Kollege Roman Janett bedingungslos: «Sie funktionieren immer.» Qualität, Bedienungssicherheit, Zuverlässigkeit und die Garantien sind Bestandteile der Angebote. R&M begleitet jedes Projekt engmaschig mit Expertise, Projektsupport, Logistik und im Bereich der Glasfaser-Verkabelung auch mit Messungen.

Wir können uns keine Fehler und Unterbrechungen leisten und brauchen an allen Standorten eine absolut sichere Connectivity », begründet Achim Sax die konsequente Standardisierung und die hohen Anforderungen an die Projektpartner. Denn auch die Netzwerktechnik soll dazu beitragen, das Leben der Menschen zu verbessern.

Im Neubau Domat/Ems. V.l.n.r.: Achim Sax, Head of Facility Management, Hamilton Bonaduz AG; Roman Janett, ICT Network Engineer, Hamilton Bonaduz AG; René Wunderli, R&M Schweiz.