Ein Grossprojekt wie die Mall of Switzerland bringt erfahrungsgemäss viele neue Ideen hervor. Das gilt nicht nur für Architekten und Designer, sondern auch für Techniker und Elektroplaner. Im Fall der Mall of Switzerland entwickelten die Partner eine überraschende Lösung für den Anschluss der gewerblichen Mieter ans Glasfasernetz der Swisscom.

«Bei einem Projekt dieser Grössenordnung stellt sich für uns immer die Frage, wie sich die vielen Teilnehmer möglichst effizient anschliessen lassen », beschreibt René Imholz die Ausgangssituation. Er ist Technical Consultant bei der Swisscom für den Inhouse-Bereich und initiierte im Verlauf des Projekts die Idee, eine optimierte Anschlusslösung zu finden. Denn, so Imholz: «Für Swisscom ist es wichtig, Projekte wie die Mall of Switzerland zu unterstützen. Damit erhält die Zentralschweiz eine einzigartige Destination für verschiedenste Kundensegmente.»

R&M ist für Swisscom ein innovativer und äusserst verlässlicher Partner. Aus einer Idee konnte eine optimierte Lösung für Swisscom, aber auch für Installateure erarbeitet werden.

René Imholz, Technical Consultant Inhouse, Swisscom

Pilotprojekt gestartet

Einfach, effizient und zukunftsorientiert sollte die Lösung sein. Das hiess in diesem Fall, die Glasfaserversorgung möglichst weit ins Gebäude hinein zu verlagern. Die herkömmliche starre Trennung zwischen Building Entry Point und strukturierter Gebäudeverkabelung sollte aufgebrochen werden. Jede Nutzungseinheit des Areals sollte durchgängig von der Zentrale des Netzbetreibers bis in die einzelnen Stockwerke hinein mit Fasern erreicht werden.

Der springende Punkt: Swisscom benötigte eine Plattform, die vorgeschobene dezentrale Building Entry Points (BEP) und Optical Termination Outlets (OTO) zusammenführt, um den Installationsaufwand zu minimieren. Für R&M bot sich die einzigartige Möglichkeit, mit Swisscom als innovativem und vorausschauendem Partner ein Pilotprojekt zu starten. Innerhalb weniger Wochen entstanden ein Konzept, ein Prototyp und ein Produkt: der OTO@BEP. Er vereint in einem Wandgestell neu entwickelte Patch-Einschübe, die als OTO dienen, und ein Verteilermodul für Faser-, Spleiss- und Splitter-Management, das als BEP dient.

Für alle wird es einfacher

Der entscheidende Fortschritt: Vom OTO@BEP aus kann der Teilnehmer selbst den weiteren Installationsweg und die Position der Endanschlüsse bestimmen. Für Geschäftskunden innerhalb der Mall kann Swisscom künftig Bandbreiten bis 100 Gbit/s zur Verfügung stellen. Redundante Fasern sind überall verfügbar, um auch anderen Netzbetreibern und Service-Anbietern den Zugang zu ermöglichen. Dies entspricht dem Schweizer Open-Access-Modell.

Vom OTO@BEP führen die Fasern entweder direkt zu den Netzwerkelementen bzw. Routern der Kunden oder zu einer frei platzierbaren OTO-Steckdose in den Räumen der Mieter. Zusätzlich wurde ein Minimum an Kupferadern verlegt, um Kunden mit älteren Hardware-Komponenten bedienen zu können. Ziel war es, so viele Teilnehmer wie möglich mit Glasfasern, neuen digitalen Kommunikationsstandards und Gigabit-Geschwindigkeit zu bedienen.

Der OTO@BEP minimiert den internen Aufwand des Netzbetreibers erheblich, wie René Imholz erläutert: «Indem wir vor dem Bezugstermin der Geschäftseinheiten bereits die erforderliche Menge OTO-Steckdosen an einem definierten Standort zur Verfügung stellen, ersparen wir uns den Spezifizierungs- und Realisierungsprozess pro Kunde. Die Nähe der Steckdose beim Endkunden optimiert die Verfügbarkeit. Der Bestellprozess reduziert sich für den Endkunden massiv.» Zugleich erleichtert diese Lösung die Arbeit des Installateurs. «Der Aufwand, die Fasern im regulären BEP zu spleissen, minimiert sich», so René Imholz. Die Installateure in den Mieterflächen können von einer vorab installierten und aktivierten Steckdose aus mit der Endmontage der Leitungen starten.

Zudem lassen sich fertig konfektionierte oder feldkonfektionierbare Kabel und Outlets einsetzen. Damit entstehen auch für den Endkunden günstigere und flexiblere Lösungen. Künftige Projekte profitieren Das Konzept ist auf ähnlich komplexe Grossprojekte übertragbar, z.B. wenn es um Smart Cities und Smart Buildings geht. Das neue Produkt, zunächst vorgestellt als Prototyp und anschliessend von Swisscom bewilligt, ist universell einsetzbar. R&M hat den OTO@BEP ins Sortiment aufgenommen.

Künftige Projekte profitieren

Das Konzept ist auf ähnlich komplexe Grossprojekte übertragbar, z.B. wenn es um Smart Cities und Smart Buildings geht. Das neue Produkt, zunächst vorgestellt als Prototyp und anschliessend von Swisscom bewilligt, ist universell einsetzbar. R&M hat den OTO@ BEP ins Sortiment aufgenommen.

R&M sieht das erfolgreiche Projekt Mall of Switzerland als einen Schritt auf dem Weg, weitere Fiberoptic-Lösungen mit Swisscom zu entwickeln, die das Potenzial haben, einen breiten Nutzen für einen expandierenden Markt zu entfalten.

OTO und BEP vereint

OTO@BEP: Hinter dieser Kurzformel steht eine Innovation, die für die Glasfaser-Erschliessung der Mall of Switzerland entwickelt und erfolgreich eingesetzt wurde. In Vereinfachung des Schweizer BAKOM-Referenzmodells ist das Optical Termination Outlet in den Building Entry Point integriert. Jetzt wird die kundenspezifische Lösung zum Produkt: OTO@BEP.

Die Neuentwicklung basiert auf dem erfolgreichen Optical Distribution Frame (ODF), dem KombiMODUL mit seinen modularen Einschüben und der Single Circuit Management (SCM) Familie von R&M.