Seit Jahrtausenden ist Olten ein wichtiger Kreuzpunkt für Transporte über die Alpen und für den Verkehr entlang der Schweizer Gebirgsnordseite. Im Eisenbahnzeitalter hat die Bedeutung noch zugenommen. Als Schienenverkehrsknoten zwischen Basel, Bern, Zürich und den grossen Alpentunneln spielt Olten für die SBB eine zentrale Rolle.

v. l. n. r.: Peter Meier, R&M Schweiz; Jürg Lauber, Projektleiter SBB Infrastruktur Telecom; Hanspeter Digel, Projektleiter SBB Infrastruktur Telecom; Franco Suppa, Bereichsleiter Installationen swisspro AG; Beat Stucki, R&M Schweiz.

Deshalb lag es nahe, hier eine der vier neuen Betriebszentralen zu bauen, die den Schweizer Bahnverkehr in den nächsten 100 Jahren immer leistungsfähiger machen sollen. In den vier neuen Betriebszentralen konzentriert die SBB bis 2016 alle Aufgaben des täglichen Bahnbetriebs: Disposition, Operation, Steuerung, Überwachung und Kundeninformation. Sie ersetzen mehr als 100 Fernsteuerzentren und Bahnhöfe.

Nachhaltigkeit dank 25-Jahr-Systemgarantie

Der Neubau einer so bedeutenden Eisenbahnverkehrs-Betriebszentrale verlangt weitsichtige Planung und spezifische Systemlösungen. «Die Betriebszentrale in Olten ist für eine Nutzungsdauer von 80 Jahren ausgelegt», sagt Projektleiter Jürg Lauber. Die Technik innerhalb des Gebäudes wird zum Teil nach fünf Jahren, häufig aber erst nach 20 Jahren erneuert. «Für die Verkabelung setzen wir eine Halbwertszeit von 20 Jahren an», so Hanspeter Digel, Projektmanager für die Informations- und Kommunikationstechnik.

Die 25-Jahr-Systemgarantie von R&M übertrifft diese Vorgabe. Die Wahl des Lieferanten für die Kupfer- und Glasfaserinfrastruktur erfolgte aber auch aufgrund der Kompatibilität zu Installationen an anderen Standorten. Hanspeter Digel: «So ist eine dauerhafte und wirtschaftliche Verfügbarkeit aller Verkabelungskomponenten gewährleistet.» Zudem konnte die Ersatzteillagerung mit der R&M-Lösung vereinfacht werden.

Wartungsfreundlich

Die Wartungsfreundlichkeit des Netzwerks war ein weiteres Kriterium bei der Evaluation. Da der Bahnbetrieb rund um die Uhr unterbrechungsfrei funktionieren muss, müssen bei Änderungen oder Servicearbeiten an der Verkabelung jegliche Fehlerquellen ausgeschlossen sein. Alle Elemente sollen sich intuitiv, transparent und ohne grossen Werkzeugeinsatz handhaben lassen.

«Wartungsarbeiten müssen künftig vermehrt auch tagsüber und unter der Woche – also bei Hochbetrieb – stattfinden können», sagt Jürg Lauber. Die Qualität, Schnellmontagetechnik und Modularität der R&M-Systeme seien dabei besonders hilfreich. Das bestätigt auch Franco Suppa von der swisspro AG, die für die Installation verantwortlich war.

Massgeschneiderte Spezialanfertigungen

Spezialanfertigungen für den Kommandoraum im obersten Geschoss der Betriebszentrale standen ebenfalls auf der Anforderungsliste der SBB. Hier steuern bis zu 100 Mitarbeitende den Zugverkehr im Schweizer Mittelland. An ihren Kommandotischen gibt es nur Eingabegeräte und Monitore. Die Rechner sind – wie auch Server, Switches und sonstige Aktivgeräte – auf separaten Stockwerken untergebracht, um Lärm und Abwärme am Arbeitsplatz zu vermeiden.

Um dies realisieren zu können, mussten die Tische mit kompakten Boxen ausgerüstet werden, die mehrere Anschlüsse vereinen. R&M entwickelte innert  kürzester Zeit eine passende Einheit unter Verwendung des Kat. 6A Moduls. «Diese gemeinsame spezifische Lösungsfindung war für uns von grossem Nutzen», betont Hanspeter Digel. Die Zusammenarbeit mit R&M sei beispielhaft und sehr innovativ.