Pilotprojekt: Bahnstrecken-Erneuerung «Wil–Weinfelden»

Seit 1911 funktioniert die Bahnlinie im Thurgau. Zwischen dem Bodensee und dem Toggenburg sorgen die Regionalzüge der Thurbo AG, einer Tochtergesellschaft der SBB, für den täglichen Transport von rund 86 500 Fahrgästen. Die Thurbo AG zählt zu den besonders gut ausgelasteten Bahnlinien der Schweiz. Im Ranking der Kundenzufriedenheit liegt sie ganz vorne bei den Regionalbahnen.

Grosse Teile der Bahn-Infrastruktur Wil–Weinfelden hatten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Viele Gleisabschnitte, Stellwerke, Barrieren und Anlagen genügten den heutigen technischen Anforderungen nicht mehr. Die Thurbo AG als Eigentümerin der Bahnstrecke Wil–Weinfelden beauftragte die SBB-Infrastruktur mit einer grundlegenden Modernisierung dieser Strecke. Fast 50 Mio. CHF wurden im Zeitraum Frühling 2011 bis Herbst 2012 investiert.

Vier elektronische Stellwerke, neue Sicherheitseinrichtungen und behindertengerechte Zugänge wurden in dieser Zeit gebaut. Zudem wurden entlang des Bahndamms neue Kabelkanäle mit Kupfer- und Glasfaserkabel verlegt. Um das Projekt möglichst zeit- und kosteneffizient abwickeln zu können, wurde die 22 Kilometer lange Strecke mit ihren vier Bahnhöfen und vier Haltestellen während sechs Monaten stillgelegt.

Bahn-Telekommunikation hauptsächlich mit Glasfaser

Die Schweizerischen Bundesbahnen mit ihren Tochtergesellschaften betreiben zwar eines der besten Eisenbahnsysteme der Welt. Aber dahinter steckt viel mehr: Sie unterhalten auch eines der grössten und innovativsten Telekommunikationsnetze in Europa, und zwar in komplett eigener Regie. Das mehrere Tausend Kilometer umfassende, redundant aufgebaute Glasfasernetz wurde entlang vieler Städte und Dörfer der Schweiz verlegt und wird laufend ausgebaut.

Glasfasernetz in R&Mfoxs Verteilergestelle integriert

Beim Projekt Wil–Weinfelden wurde ein neues Glasfasernetzwerk für die Bahn-Telekommunikation installiert, das für schnelle Verbindungen und redundante Netze sorgt.

Für die flexible Glasfaserverteilung wurde die aktuellste Lösung von R&M gewählt: das Verkabelungssystem R&Mfoxs mit dem Optical Distribution Frame (ODF). Sowohl die Outdoor-Kabinen entlang der Bahnstrecke als auch die Verteilergestelle in den Bahnhofgebäuden liessen sich komfortabel installieren. Das modulare Prinzip und die Schnellmontagetechnik von R&M halfen den Technikern bei der Montage. Bis zu 680 fiberoptische Anschlüsse wurden verbaut. Die vorgefertigten ODF-Einschübe mit der Verteilertechnik waren im Handumdrehen installiert. Ende August 2012 ging das gesamte Glasfasernetz in Betrieb.

Erkenntnisse aus dem Glasfasernetz-Projekt

«Unkompliziertes Handling, keine unnötigen Komponenten, kostenbewusste Planung», attestierten die Bahn-Fachleute. Das sei ganz im Sinn der SBB-Infrastruktur: Man will nur so viel Aufwand und Investitionen betreiben, wie wirklich nötig sind. Die Kabel-Infrastruktur soll lang nutzbar, standardisiert und einfach bedienbar sein. Insbesondere Investitionen sollen so viel wie nötig beinhalten, zu einem späteren Zeitpunkt jedoch ohne grosse Mehrkosten weiter ausbaubar sein.

Fazit

R&M ist bestrebt, Kundenbedürfnisse frühzeitig zu erkennen und in den Produktentwicklungsprozess zu integrieren, was sich bestens bewährt. Das Verkabelungssystem R&Mfoxs war den SBB-Infrastruktur-Verantwortlichen bereits vertraut, denn R&M hatte diese an der Fachmesse 2010 in Luzern vorinformiert. Bei diesem Anlass wurden R&Mfoxs vorgestellt und technische Informationen bzw. Meinungen ausgetauscht. Aufgrund der Fachkompetenz, der Produktqualität, der einfachen Lösungen und der ergebnisorientierten Kundenbetreuung kann R&M seit vielen Jahren als Lieferant der SBB bestehen.

  • Modularität
  • Einfachheit
  • Schnellmontage
  • Vorkonfektioniert
  • Kompaktheit