Nachdem Aarau 2010 einen neuen Bahnhof mit einem futuristisch gestalteten Bahnhofsplatz erhielt, wurden im Rahmen der Stadtentwicklung die Weichen für die Zukunft gestellt. Für die kommenden Jahre sind zahlreiche Neubauprojekte in der Stadt und der weiteren Umgebung geplant. In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof ist beispielsweise ein völlig neues Quartier mit einem eigenen Fussballstadion geplant. Um die Versorgung für die mehr als 30 000 Privatund Geschäftskunden sicherzustellen, setzt die IBAarau auf Zukunftstechnologien.

Gelebte Nachhaltigkeit

Die IBAarau betreibt bereits ein eigenes Flusskraftwerk, bietet immer mehr Solarstrom an, mietet dazu Flächen in Industriegebäuden sowie Bauernhöfen und unterstützt private Bauprojekte mit namhaften Beiträgen. 2025 will man 20 % des gesamten Bedarfs mit erneuerbarer Ökoenergie aus Wasser, Wind und Sonne abdecken. 46 der total 284 Mitarbeitenden sind Lernende, was das klare Engagement des Unternehmens für eine gelebte Nachhaltigkeit deutlich unterstreicht.

Bereit für künftige Herausforderungen und Bandbreiten

Für die Versorgung ihrer Kunden in 22 Gemeinden betreibt die IBAarau ein 2000 km langes Strom- und Erdgasnetz mit zahlreichen Trafostationen und Verteilkabinen. Für die lückenlose Netzüberwachung sowie die Leistungserfassung – eine grosse Herausforderung für Netzbetreiber – dient ein darüber gelegtes Glasfasernetz. Ein bis ins letzte Detail dokumentiertes geografisches Informationssystem (GIS) und Glasfasermanagement-Tool ordnet jede Faser dem jeweiligen Kunden und dessen Anwendungen zu, damit im Störungsfall unmittelbar reagiert und informiert werden kann.

Das Glasfasernetz dient aber auch für Kommunikationsdienste wie Fiber to the Building (FTTB) oder andere Anwendungen. Die IBAarau tritt in diesem Bereich nicht als Carrier auf. Bezüglich Technologie und Carrier haben die Kunden völlige Freiheit. Bei der Planung des Netzes stand darum eine möglichst hohe Flexibilität bis zum Gebäudeeingangspunkt (BEP, Building Entry Point) im Vordergrund. Das Netzwerk-Design wurde auf künftige Herausforderungen und Bandbreiten hin ausgelegt. Im städtischen Gebiet wurden aufgrund der engen Raumverhältnisse in den Schächten oder Gräben vier Multitube-Rohre mit jeweils 144 Fasern, im ausserstädtischen Gebiet sogar deren sieben verlegt. Aktuell wird nur jeweils ein Rohr benötigt, die restlichen dienen als Reserve.

Optical Distribution Frame (ODF) und Single Circuit Management (SCM) von R&M

Das Netzwerk ist auf dem optischen Verteiler ODF von R&M aufgebaut. Da sich die einzelnen Stationen in antiken, alten und brandneuen Gebäuden befinden, war eine hohe Flexibilität gefordert. «Die Grösse und das Gewicht des ODF erlaubten einen mühelosen Transport und Einbau, auch unter sehr engen Platzverhältnissen wie beispielswiese im Umfeld der alten Stadtmauer der Stadt Aarau, wo früher Märkte und Stallungen betrieben wurden», bemerkt Markus Thöny, Projektleiter Telekom bei IBAarau. «Einige Steigzonen wie die von der Unter- in die Oberstadt hinauf befinden sich teilweise direkt in der alten Kirchenmauer!»

Modularität war ein anderes wichtiges Kriterium beim Projekt. Im Zusammenhang mit weiteren Bauaktivitäten wird das Glasfasernetz laufend ausgebaut, quasi von Schacht zu Schacht. Das R&M Single Circuit Management, das auf den immer gleichen Bauteilen basiert, erleichtert die Arbeit der Installateure, die so nur einmal auf die Produkte hin geschult werden müssen. Da die Platzverhältnisse an den verschiedenen Standorten grundverschieden sind, musste jedes Teilprojekt einzeln geplant werden. Dazu sagt Bruno Lehmann, Leiter Telekommunikation bei IBAarau: «R&M bot uns einen beispielhaften Service, den kein anderer Anbieter gewährleisten konnte! Da wir keine 08 / 15-Lösung realisierten, musste jede Trafostation gemeinsam besprochen werden. Sogar die Lieferungen wurden durch R&M vor Ort abgenommen, was sehr zielführend war.»

IBAarau kannte R&M bereits von früheren Projekten mit externen Kunden her. Die Zusammenarbeit klappte immer einwandfrei. Nun wurde erstmals gemeinsam ein Glasfaser-Projekt realisiert.