Das sonnenverwöhnte Visp bildet seit Jahrhunderten einen Verkehrsknotenpunkt mitten in den Zentralalpen. Wer den Furka- und Simplonpass queren will, muss durch Visp. Auch wer in die weltberühmten Skiorte Zermatt, Saas-Fee und Grächen gelangen will, muss durch Visp. Das Städtchen an der oberen Rhone bietet optimale Bedingungen für den Tourismus und den Rebbau in Europas höchstgelegenem Weinberg. Aber Visp hat auch den Ruf als Nadelöhr für den Autoverkehr.

Jetzt soll der Durchgangsverkehr aus Visp heraus. Das heisst in diesem Fall: hinein in den Berg. Zwei Tunnel mit insgesamt 16 km Länge werden die ersehnte Südumfahrung ermöglichen. Die Schweiz investiert seit 2001 in den Ausbau der Nationalstrasse A9 im oberen Wallis, um optimale Bedingungen für die Anwohner und Verkehrsteilnehmer zu schaffen.

Mit R&M ist es möglich, kundenspezifische Lösungen schnell und unkompliziert zu definieren.

Stefan Wenger, Verantwortlicher Betriebs- und Sicherheitsausrüstungen, ANSB Kt. Wallis

Zu optimalen Verkehrsbedingungen gehören in der Schweiz moderne Autobahnen, die hinsichtlich Sicherheit, Technik und Komfort vorbildlich und zukunftsfähig ausgestattet sind. Das erfordert umfangreiche Installationen und ein hochmodernes Netzwerk entlang der Strecke.

Viel Technik hinter den Kulissen

Die Autofahrer werden kaum bemerken, wie viel Technik hinter den Kulissen steckt. Sie erwarten einen staufreien Verkehrsfluss, übersichtliche Leitsysteme, ununterbrochene Funkverbindung, und das nicht nur für ihre Sicherheit.

Etwa 100 km Glasfaserkabel, 90 km Kommunikationskabel und 1000 FiberModule von R&M vernetzen die Tunnel-Südumfahrung bei Visp. Rund 10 Prozent der gesamten Investition entfallen auf Betriebs- und Sicherheitsausrüstungen. Die Installation ist für einen störungsfreien Lebenszyklus von 15 Jahren ausgelegt. Eine hohe Anforderung, denn die klimatischen Bedingungen in den Tunnels fördern die Korrosion.

Wenn die beiden Tunnel in Betrieb gehen, entstehen pausenlos grosse Mengen an digitalen Informationen. Sie stammen von mehr als 100 Videokameras, über 100 Notruftelefonen, Verkehrssignalen, Brand- und Rauchmeldern, Sensoren und Hunderten von Steuerungen. Die Betriebsleitzentrale in Sierre nutzt die Daten, um Verkehrsflüsse, Lüftung, Tore und weitere Tunneleinrichtungen zu steuern. Damit die Informationen möglichst schnell fliessen, haben die Planer das Tunnelnetzwerk für eine Übertragungsleistung von 10 Gbit/s ausgelegt.

Nachhaltiges Vertrauen

Wie bei früheren Projekten vertraut das kantonale Amt für Nationalstrassenbau (ANSB) auf R&M als Partner für die Verkabelung im Berg. Das Amt legt Wert auf Kompetenz, Kontinuität und individuelle Unterstützung. Die Netzwerktechnik soll kompatibel sein zu früheren Bauabschnitten. Deshalb wird R&M in die jeweiligen Planungsphasen eingebunden – in diesem Fall mit Beteiligung des Installationspartners Marti Technik AG.

Bei der Wahl des Lieferanten entscheidet nicht allein der Preis. Für Stefan Wenger, verantwortlich für die Betriebs- und Sicherheitsausrüstungen beim ANSB im Kanton Wallis, zählen auch Kriterien, die sich nicht in Zahlen fassen lassen. Qualität und Erfahrung aus früheren Projekten gehören dazu. Ausserdem kommt es ihm auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Installationsunternehmen und dessen Empfehlungen an.

Flexibilität im Projekt

Für den Installateur spielt die Handhabung eine zentrale Rolle. Wenn in einem Tunnelprojekt fünftausendmal Glasfasern gespleisst werden müssen, dann zählt die Zeit. Roberto Quartara, Projektleiter bei Marti Technik AG, spricht aus Erfahrung: «Trotz bester Planung wird das Zeitfenster für den Installateur am Ende immer eng. Viele Drittunternehmen sind involviert und die Infrastruktur wird bereits genutzt. Und es gibt laufend Änderungen, die es zu berücksichtigen gilt.» Deshalb schätzt Quartara die Unterstützung und Flexibilität von R&M: «Im Prozess wurden laufend Verbesserungsvorschläge eingebracht und von R&M umgehend berücksichtigt.»

v.l.n.r.: Peter Meier, R&M Schweiz; Roberto Quartara, Marti Technik AG; Stefan Wenger, ANSB Wallis; Walter Kurzen, R&M Schweiz.

Das sieht Stefan Wenger ähnlich: «Wir brauchen den Kontakt mit den Lieferanten, um spezifische Lösungen zu definieren. Bei R&M haben wir die Gewissheit, dass dies möglich ist.» Beispielsweise lieferte R&M für die Notrufstellen aufschnappbare Metallgehäuse, die an die speziellen Bedürfnisse des ANSB angepasst worden waren.

Eine Herausforderung der Zukunft sieht Stefan Wenger in steigendem Bandbreitenbedarf. Die Verkehrsteilnehmer nutzen immer mehr Informationen und Infotainment. Das Netz muss die nötige Übertragungsleistung erbringen. Die Fahrer der täglich 17 000 Fahrzeuge, die künftig auf der A9 bei Visp zu erwarten sind, wollen sich darüber keine Gedanken machen. Sie gehen davon aus, dass auch in einem Alpentunnel ein zuverlässiges, schnelles und multifunktionales Daten- und Kommunikationsnetz zur Verfügung steht.