Photo: Ingrid Scheffler

München mag Dich – Munich loves you. Der offizielle Slogan der bayerischen Metropole drückt Lebensfreude aus. Er steht für eine moderne, kosmopolitische, junge und reiche Stadt, die mit Komfort, Bildung, Kultur, Sport, bester Unterhaltung und allen Kommunikationsmöglichkeiten punkten kann. Diese hohe Lebensqualität will die GWG Städtische Wohnungsgesellschaft München mbH auch dort verwirklichen, wo Menschen mit kleinerem Einkommen leben. Aktuell bewirtschaftet die GWG mehr als 27000 Mietwohnungen, unter anderem in der 1938 erbauten Maikäfersiedlung.

Dort hat die GWG ein Pilotprojekt mit einem besonderen sozialen Anspruch gestartet. Nach einer zwanzigjährigen Sanierungs- und Modernisierungsphase erhielten 2015 mehr als 630 Haushalte einen Glasfaseranschluss. Die einheitliche Grundversorgung mit einem 3 Mbit/s schnellen Internetzugang ist für alle Mieter kostenlos. Die GWG will digitale Chancengleichheit schaffen.

Technische Hürden

Die technische Umsetzung stellte die Verkabelungsexperten des R&M Partners Neumeier, Hegmann & Co. vor einige Hürden. Die Maikäfersiedlung in München liegt ausserhalb des Erschliessungsgebiets von M-net, dem führenden regionalen Netzbetreiber in Bayern. Hier waren lediglich die herkömmlichen Telefonleitungen und eine Kabel-TV-Versorgung mit Koax-Verkabelung und Satellitenempfang vorhanden. Das Kabel-TV-Netz betreibt Neumeier, Hegmann & Co.

Die GWG forderte modernste Ausstattung und den aktuellsten Stand der Technik. Sie will ihren Mietern eine Alternative zu DSL-Diensten von Telefonnetzbetreibern anbieten können. Deshalb kam nur eine FTTH-Lösung infrage. Zwar hatte die GWG im Zug der Quartiersanierung vorausschauend einige Neubauten mit Glasfaserleitungen ausstatten lassen. „Wir mussten allerdings erstmal einen M-net-Glasfaser-Backbone in die Siedlung hineinbauen und von der Strasse bis in die Häuser ein komplett neues Netz erstellen”, berichtet Geschäftsführer Heribert Neumeier von Neumeier, Hegmann & Co.

Lösungen gefordert

Der nächste Schritt war, die Verkabelungssysteme innerhalb der Wohnhäuser mit geeigneten Lösungen optimal zu verbinden. Die GWG hatte bereits Glasfaserkabel und Multimedia-Verteilerkästen in den einzelnen Wohnungen installieren lassen.

R&M Venus Boxen des Typs FXXL-SCM übernahmen die Funktion des Hausübergabepunktes. Das flexible, modulare Konzept der Venus-Box erlaubte es, für jedes Gebäude im Handumdrehen die passende Konfiguration der Spleiss- und Patch-Einheiten einzubauen.

Die Multimedia-Verteilerkästen in den Wohnungen boten wenig Platz für zusätzliche Komponenten. Die Techniker von Neumeier, Hegmann & Co. nutzten jede Idee und ihr gesamtes handwerkliches Können, um die Schalttechnik in den Kästen zu verstauen. Als Vorteil erwies sich dabei die flache Konstruktion der 22 mm hohen R&M FiberDose.

Die Verteilerkästen befanden sich teilweise knapp unter der Decke. Das erschwerte die Installationsarbeiten und erforderte Einfallsreichtum. So musste das Spleissgerät auf einer Leiter platziert werden. Das war selbst für das versierte Installationsteam eine ungewohnte Sache. Die Schnellmontagetechnik der FiberDose vereinfachte jedoch die Installation der Anschlüsse.

Die Maikäfersiedlung München

Die 1938 errichtete Maikäfersiedlung war das erste eigene Bauprojekt der GWG. Charakteristisch für die Wohnungen waren minimale Grundrisse sowie ein einfacher Standard bei Bau und Ausstattung. Die städtische Wohnungsgesellschaft hatte das Ziel, schnell günstigen Wohnraum bereitzustellen. Jahrzehntelang war die Maikäfersiedlung mit ihren Gärten und ihrem Landschaftspark ein Hort für grosse Familien und Menschen mit unterschiedlichem Einkommen, die engen Zusammenhalt in der Nachbarschaft pflegten.

Sechzig Jahre später waren viele der Reihenhäuser in einem schlechten Zustand. Von 1994 bis 2014 liess die GWG Schritt für Schritt die gesamte Siedlung modernisieren. Viele Mietshäuser mussten abgerissen und durch neue ersetzt werden. Stets hat die GWG versucht, den Charakter dieser Siedlung zu bewahren. So erlebte die Wohnkolonie eine eindrucksvolle Metamorphose. Sie wandelte sich zu einem komfortablen, preiswerten Stadtquartier mitten in der prosperierenden, lebendigen Metropole.

Insgesamt werden heute 950 zeit- und zweckgemässe Wohnungen bereitgestellt. Sie beherbergen eine bunte Mischung an Bewohnern, die nach wie vor eng zusammenhalten. Neben vielen älteren Paaren fühlen sich hier auch Studierende, kleine junge Familien und Singles zu Hause. Sie alle profitieren von einem lichtdurchfluteten, ruhigen Wohnambiente, von vielen Grünanlagen, die für ein angenehmes Stadtklima sorgen, und jetzt auch von modernster Breitband-Technologie.

Schliesslich musste ein neuer Weg gefunden werden, um die einzelnen Teilnehmer- anschlüsse direkt bei der Installation zu adressieren. Die Wohnungen sollten ohne Verknüpfung mit einem Anmeldevorgang verkabelt werden, denn es gibt für die Mieter keine Abnahmepflicht für die Internet-Grundversorgung. Die übersichtliche Kassettentechnik des R&M Single Circuit Management (SCM) Systems unterstützt die Techniker dabei optimal.

„Bei der Realisierung hatten wir viele technische und juristische Hürden zu nehmen”, fasst Melanie Claussen, Geschäftsführerin von Neumeier, Hegmann & Co., zusammen. Sie sagt: „Wir freuen uns, dass wir das Projekt in enger Zusammenarbeit mit R&M, der GWG und M-net innerhalb weniger Monate zum Laufen gebracht haben.”

Bei Lancierung des FTTH-Netzes in der Maikäfersiedlung im Herbst 2015 liessen 430 Haushalte ihren Anschluss freischalten. Dazu mussten sie sich lediglich bei Neumeier, Hegmann & Co. anmelden und den von M-net kostenlos bereitgestellten Router einstecken. Weitere 200 Haushalte werden folgen. Sollte sich herausstellen, dass 3 Mbit/s nicht ausreichen, können die Mieter ihre Anschlüsse kostengünstig aufstocken lassen.