2016 wird diese nächste Grossanlage am Paul Scherrer Institut (PSI) in Betrieb gehen: der Röntgenlaser SwissFEL. In seiner Website betont das Institut – das beim Bau des Labors auf höchste Schweizer Ingenieurskunst setzt und streng auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit achtet –, dass die Forschungsarbeiten im SwissFEL das Verständnis für die Natur erweitern und zu praktischen Anwendungen wie etwa neuen Medikamenten, effizienteren Prozessen in der chemischen Industrie, neuen Materialien in der Elektronik oder alternativen Verfahren bei der Energieerzeugung führen werden.

Bei R&M bleibt die Qualität kontinuierlich auf hohem Niveau.

Roger Müller, Alpiq InTec Ost AG

Bei Würenlingen/AG in der nördlichen Schweiz errichten Unternehmen der Alpiq-Gruppe und Partner das Laborgebäude des SwissFEL. Bauherr ist das Paul Scherrer Institut (PSI), das grösste Forschungszentrum für Natur- und Ingenieurwissenschaften in der Schweiz. «So etwas baut man allenfalls einmal im Leben», sagt Installateur Roger Müller von der Alpiq InTec Os AG mit Respekt vor der grossen Aufgabe.

Damit die Röntgenblitze richtig beschleunigen und immer präzis ins Ziel treffen, muss das unterirdische Gebäude aussergewöhnlich gradlinig sein. Für den Strahlkanal im 740 Meter langen zweistöckigen Tunnel aus Stahlbeton gilt eine Toleranz von maximal fünf Milliten metern. Bei normalen Bauten beträgt sie ein bis zwei Zentimeter.

Der Tunnel muss über die gesamte Länge vibrationsresistent und temperaturstabil sein. Die Soll-Temperatur von 24 Grad Celsius darf höchstens um 0,1 Grad schwanken. «Das erforderte ein hohes Mass an Ingenieurleistungen», betont Gesamtprojektleiter Michael Labonte von der Alpiq Infra AG.

Hohe Qualität – hohe Dynamik

Auch für die strukturierte Gebäudeverkabelung im SwissFEL hatte das PSI äusserst genaue und anspruchsvolle Vorgaben. Das Institut forderte modulare Erweiterungsmöglichkeiten, langfristige Systemgarantien und engmaschige Serviceleistungen. Mitverantwortung im laufenden Projekt wurde ebenfalls erwartet. Michael Labonte: «Das gesamte Vorhaben ist durch eine hohe Dynamik geprägt. Man muss schnell und flexibel auf Änderungswünsche reagieren können. Für den Projekterfolg ist entscheidend, dass die Lieferanten entsprechend agieren und mitziehen.»

Bereits im Vorfeld war klar, dass R&M der ideale Partner für die Gebäudeverkabelung ist. Bei vielen Komponenten erfüllte R&M als einziger Lieferant die vorgegebenen Spezifikationen. Das Daten- und Kommunikationsnetz sowie die Verkabelung für spezielle Leit-, Steuerungs- und Sicherheitssysteme konnten auf der Basis des bewährten Verkabelungsprogramms R&Mfreenet geplant werden.

v.l.n.r.: Ralph Tietz, Techniker IT & TelCom Alpiq InTec Ost AG; Michael Labonte, Gesamtprojektleiter Alpiq Infra AG; Giovanni Orofino, Elektro-Projektleiter enerpeak Salzmann AG; Daniel Gyger, R&M Schweiz; Roger Müller, Projektleiter IT & TelCom Alpiq InTec Ost AG.

«Anstatt in die Höhe bauen wir hier in die Länge», beschreibt Roger Müller eine Herausforderung für die Kupferverkabelung. Es wurden mehr Racks als in gewöhnlichen Gebäuden benötigt, um die Links in 90-Meter-Abschnitten im SwissFEL-Tunnel installieren zu können. «R&M hat uns jederzeit sehr gut unterstützt», berichtet Giovanni Orofino, Elektro-Projektleiter von enerpeak Salzmann AG, über die engagierte und reibungslose Zusammenarbeit. Besonders hilfreich seien die qualifizierten und schnellen Auskünfte sowie die technischen Dokumentationen von R&M. Die Serviceleistungen von R&M erstreckten sich bei diesem Projekt bis hin zu den Messungen der Glasfaserinstallation. «Wir stellen fest, dass die Qualität auf dem Markt allgemein nachlässt. Aber bei R&M bleibt die Qualität kontinuierlich auf hohem Niveau», so das Résumé von Roger Müller.

* E-2000™ gefertigt in Lizenz der Diamond SA, Losone.

Natur und Materie genauer verstehen

Der SwissFEL des Paul Scherrer Instituts ist ein Freie-Elektronen-Röntgenlaser (FEL = Free Electron Laser). Weltweit sind bisher nur zwei vergleichbare Anlagen in Betrieb, zwei weitere sind im Bau. Er wird extrem kurze und intensive Blitze aus Röntgenlicht in Laserqualität erzeugen. Die Blitze werden 1 bis 60 Femtosekunden lang sein. Sie erlauben neuartige Einblicke in das Innere von Materialien.

Damit wollen Forschende ultraschnelle Vorgänge wie die Entstehung neuer Moleküle bei chemischen Reaktionen verfolgen. So können sie die Struktur lebenswichtiger Proteine bestimmen oder den genauen Aufbau von Materialien klären. Die am SwissFEL gewonnenen Erkenntnisse können unter anderem dabei helfen, neue Medikamente und innovative Werkstoffe zu entwickeln.

Das PSI betreibt Spitzenforschung in den Bereichen Materie und Material, Mensch und Gesundheit sowie Energie und Umwelt. Die Forschung dient dazu, nachhaltige Lösungen für zentrale Fragen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zu finden. Bereits 2001 hat das PSI mit seiner Synchrotron Lichtquelle Schweiz (SLS) international eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung moderner Röntgenlichtquellen übernommen.