Die umfassenden Renovierungsarbeiten beim früheren Ministerium für Wohnungsbau, Raumordnung und Umwelt stehen kurz vor dem Abschluss. Das stadtbildprägende Gebäude an der Rijnstraat 8 in Den Haag ist das erste gemeinschaftliche Regierungsgebäude und eines der grössten in den Niederlanden. Es wurde so geplant, dass es von mehreren Regierungsbehörden genutzt werden kann und den unterschiedlichsten organisatorischen und personaltechnischen Anforderungen gerecht wird.

Gesellschaftliche und technologische Entwicklungen haben die Arbeitsweise von Staatsbediensteten verändert. Laut den von der Regierung vorgegebenen Richtlinien für Arbeitsumgebungen müssen Gebäude dem zentralen Zweck dienen, Voraussetzungen für Begegnungen, Beratungen, die Vernetzung und die Zusammenarbeit der darin arbeitenden Personen zu bieten. Rijnstraat 8 wurde genau für diese Aufgaben optimiert.

Die Anpassung des bestehenden Gebäudes an seinen neuen Zweck setzte ein umfangreiches Bauvorhaben voraus, das von der Poort Centraal Partnership ausgeführt wurde und an dem die Royal BAM Group (BAM), ISS Facility Services und das Architekturbüro Office for Metropolitan Architecture (OMA) mitwirkten. Die Projektvorgaben für die Bauausführung, die IT-Infrastruktur und Logistikprozesse waren stringent. Zudem war eine neue Vertragsform vorgesehen, die für viele Parteien im Baugewerbe ein Novum darstellte: die öffentlich-private Zusammenarbeit. BAM, SPIE und R&M, die für die komplexe Netzwerkinfrastruktur verantwortlich zeichneten, konnten diesen enormen Arbeitsumfang durch ihre enge Zusammenarbeit, unkonventionelle Ideen und die intelligente Nutzung technologischer Ressourcen bewältigen.

Das neue Regierungsgebäude wird im Rahmen eines «DBFMO (Design, Build, Finance, Maintain and Operate)»-Vertrags gebaut und verwaltet. Dieser sieht vor, dass BAM und seine Partner für den Bau sowie für die langfristige Instandhaltung und Entwicklung verantwortlich sind. Die Regierung forderte eine 25-Jahr-Garantie, da das Netzwerkkonzept eine Plattform für Services und Technologien der Zukunft sein soll.

Erst planen, dann bauen

«BAM hat das gesamte Projekt einschliesslich Neubauten in einer ‹BIM (Building Information Modeling)›-Umgebung bis in die Einzelheiten organisiert. So kann ein Gebäude virtuell aus Objekten errichtet werden, die wiederum mit Daten verknüpft sind», so Ron Meester, Projektleiter bei BAM Large Projects. «BAM ist führend in dieser Art der Modellierung virtueller Gebäude. Wir konnten die Vernetzung und Verkabelung detailliert vorbereiten. Potenziell problematische Verbindungen konnten dank des Einsatzes von BIM bereits im Vorfeld identifiziert werden. Leitwege konnten exakt bestimmt und deren Längen und Toleranzen präzise berechnet werden. R&M und SPIE konnten das Netzwerk auf der Grundlage der BIM-Daten risikolos vorfertigen. Die Auslegung des Netzwerks und der gesamten Verkabelung in BIM deckte sich perfekt mit der abschliessenden Montage. Da jeder Meter Kabel genutzt wurde, gab es praktisch keinerlei Materialverlust. Darüber hinaus wurde erheblich Zeit gespart, da die Verkabelung ausserhalb des Projektstandorts vorgefertigt werden konnte.»

Ehrgeiziger Zeitplan und architektonische Highlights

BAM, SPIE und R&M haben von der Vorbereitung des Projekts bis zu dessen Umsetzung eng zusammengearbeitet. Bei bestimmten Projektabschnitten hielten die drei Parteien täglich Besprechungen, um den Fortschritt zu überwachen, Lösungen zu finden und wo möglich den Ablauf zu beschleunigen. Der Projektstandort liegt in einem belebten Gebiet in der Nähe des Hauptbahnhofs von Den Haag, was Lieferungen erschwerte. Verfügbare Lagerflächen waren ebenfalls knapp. Die Terminpläne für die Bauarbeiten waren sehr ambitioniert und zahlreiche Bauprojekte mussten gleichzeitig verwaltet werden. Bei der Ausarbeitung des Netzwerk-Angebots hatte R&M die Formvorschriften des holländischen Staats bezüglich Verfügbarkeit und Skalierbarkeit zu berücksichtigen. Darüber hinaus mussten Genehmigungen eingeholt werden, um die strikten Vorschriften des Aussenministeriums und der Sicherheitsdienste zu erfüllen.

Bei der Ausarbeitung des Netzwerk-Angebots hatte R&M die Formvorschriften des holländischen Staats bezüglich Verfügbarkeit und Skalierbarkeit zu berücksichtigen. Darüber hinaus mussten Genehmigungen eingeholt werden, um die strikten Vorschriften des Aussenministeriums und der Sicherheitsdienste zu erfüllen.

Weitreichende Digitalisierung

Die IT-Netzwerke müssen mit einer grossen Bandbreite an Geräten und Plattformen kompatibel sein: Arbeitsplatz-PCs, Netzwerkanschlüsse, WLAN, Überwachungskameras, interne Präsentationssysteme, Narrowcasting, Jalousien, Ticketing- und Nummerierungssysteme sowie Zugangs- und Beschaffungssysteme. Sogar Schliessfächer sind ans Netzwerk angeschlossen. Um die zunehmenden Bandbreitenanforderungen erfüllen zu können, empfahl R&M verschiedene Änderungen am Netzwerk. Statt des in der Ausschreibung festgelegten Multimode-Glasfaserkabels für den Backbone empfahl R&M die zukunftssicheren Singlemode-Kabel. Das Netzwerkfundament des Gebäudes sieht viele spätere Expansionsmöglichkeiten für Services vor und bietet zugleich ein Gebäudemanagement, das zunehmend intelligenter wird.

Bereit für R&MinteliPhy

BIM bietet allen Parteien eine detailreiche gebäudespezifische Wissensdatenbank. Diese ist in diesem Fall unverzichtbar, da alle beteiligten Parteien in den kommenden 25 Jahren gemeinsam das Facility-Management des Gebäudes, einschliesslich Erweiterungen und Anpassungen, übernehmen werden.

Die nächste Phase ist die Implementierung von R&MinteliPhy Manage. Aus diesem Grund wurde ein Projekt mit dem BIM-Team von BAM in Gang gesetzt, um zu prüfen, ob BAM, SPIE und R&M haben ein Netzwerk für das Regierungsbüro der Zukunft entwickelt. die BIM-Umgebung mit dem R&MinteliPhy System für Automated Infrastructure Management verknüpft werden kann. Eine weitere Erweiterungsmöglichkeit für das Netzwerk stellt die Einführung von R&M Monitoring dar. Bei dieser Lösung können Teile des Netzwerks in Echtzeit überwacht und Veränderungen am Netzwerk ffizienter und kosteneffektiver vorgenommen werden. Alle Panels im Netzwerk sind für R&MinteliPhy bereit und können zu einem späteren Zeitpunkt angepasst werden.